Eine Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Schweinegesundheit (DGSG)
8 April 2009 ; 13:30 bis 18:00 Uhr
Ort der Veranstaltung: Gasstätte Meistermann in Bakum
Kosten: Die Veranstaltung ist für DGSG-Mitglieder kostenfrei, Nichtmitglieder zahlen 60 Euro
Anmeldung unter 05542-507701 oder bernd.iben@akgonline.de
Kurzdarstellung der Beiträge
Luy, Berlin: Euthanasie und Ethik – Aspekte der Tiertötung
Vegetarier verdienen hohen Respekt. Sie sind in unserer Gesellschaft aber in der Minderheit, der Rest akzeptiert die Tötung von Nutztieren zur Fleischgewinnung. Die Notwendigkeit von Tiertötungen ergibt sich auch in anderen Zusammenhängen. So sollte die Tötung moribunder Tiere eine '''Selbstverständlichkeit sein, wie auch die Tötung zu diagnostischen Zwecken. Die Tötung untergewichtiger Neugeborener wird fast nicht thematisiert und doch ist hier die Frage der Euthanasie zu stellen. Der Referent ist in Sachen Tierschutz und Ethik ein renommierter Fachmann und wird des-halb umfassend Stellung nehmen.
Böhne, Melle: Diagnostik in der Nutztiermedizin – Aktueller Stand der Dinge
Nicht dass es in Deutschland zu wenig Untersuchungseinrichtungen gäbe, eher gibt es zu viele. Trotzdem müsste mehr und gezielter sowie koordinierter untersucht und kontrolliert werden. Das könnte in näherer Zukunft vielleicht auf dem Hof geschehen (Organentnahme). Tatsache ist aber, dass man bei der Sektion toter Tiere meist schon zu spät kommt. Es müssen Strategien entwickelt werden, Bestände oder Populationen durch kontinuierliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen gesund und leistungsfähig zu erhalten oder zu machen.
Heseker, Münster: Optimierte Sauen- und Saugferkelfütterung ist aktiver Tierschutz – Aktuelles aus der Praxis
Eine durchschnittlich über zehn Prozent liegende Saugferkelsterblichkeit ist aus Sicht der Ökonomie und des Tierschutzes eigentlich nicht hinnehmbar. Trotzdem werden zehn Prozent in Produzentenkreisen als gutes Betriebsergebnis angesehen. Dieser Irrtum muss beseitigt werden. Abhilfe schafft in erster Linie eine Änderung des Fütte-rungskonzepts. Hier ist deshalb der Fütterungsberater gefragt. Das vorhandene Fachbuchwissen ist völlig unzureichend. Der Referent berichtet aus der Praxis und wird auch für den Schweinespezialisten eine Menge Neues berichten.
Reiner, Gießen: Die Genetik nutzen – Krankheitsprophylaxe im Schweinestall
Genetische Informationen des Menschen unterliegen aus gutem Grund dem Daten-schutz. Also werden sie nicht benutzt, im Guten wie im Schlechten. Dort wo man sie nutzen könnte – im Schweinebereich – liegen sie nicht oder kaum vor. Der Referent ist im deutschsprachigen Raum der einzige Wissenschaftler, der sich seit längerem mit dem Thema beschäftigt. Hören Sie, was bekannt ist und lassen Sie sich sagen, was möglich wäre, wenn mehr genetische Forschung wäre.
Rittershaus, Hannover: Mit oder ohne Narkose? – Problematik der Schmerzevaluation beim Schwein'''
Die wissenschaftliche Bearbeitung des Schmerzes, z.B. beim Kastrieren männlicher Ferkel, hätte Grundlage für eine Regulierung durch den Verordnungsgeber sein müssen. War sie aber nicht. Der Verbraucher hat entschieden und der Gesetzgeber musste reagieren. Schmerz ist etwas Subjektives. Schmerzevaluierung erfolgt im Humanbereich durch Selbsteinschätzung und Befragung der Patienten. Da stellt sich die Frage, wie etwas Ähnliches beim Schwein aussehen könnte? Die Referentin wird uns aufklären.
Groskreutz (Iben): Das Klötenmassaker – Kastrieren geht über Karessieren
Die Hoden der Hausschweine werden auch Klöten genannt. Schweine, denen die Hoden genommen wurden, sind keine männlichen Wesen mehr, nach dem Klöten-klau nennt man sie Börge. Groskreutz berichtet in seinem Büchlein „Der Schnauzen-kuss“ von einer Klötenklauerin, die er Klötistin (lat. castrator porcorum) nennt und erinnert an Parallelen mit Sängern, denen ihre hohe Stimme durch eben diesen Ein-griff erhalten blieb. Zum Schluss kommt Groskreutz auf Samson, jenem Borg, dem man die Männlichkeit nahem um ihn zum Trüffelsuchen zu missbrauchen und der sich fürchterlich rächt.
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Wir freuen uns, dass Sie unsere Internet-Präsenz besuchen. Da die "Deutsche Gesellschaft für SchweineGesundheit" jeden ansprechen und erreichen möchte, der die Ziele der Gesellschaft unterstützt, bietet sich ein Informationsaustausch via Internet an.
Wer sind wir? Wir sind eine Gruppe von Landwirten und Tierärzten aus Praxis, Hochschule, öffentlichem Dienst und Wirtschaft die in ihrer täglichen Arbeit im weitesten Sinne mit der Haltung von Schweinen zu tun haben. Wir sind aus den täglichen Erfahrungen heraus zu der Auffassung gelangt, dass eine erfolgreiche und wettbewerbsfähige Schweinehaltung in Deutschland eine um so bessere Chance zur Weiterentwicklung hat, je mehr alle beteiligten Berufsgruppen zusammenarbeiten - auch und gerade dann, wenn es sich um den traditionsgemäß von der Veterinärmedizin bisher alleine vertretenen Bereich der Tiergesundheit handelt.
Was wollen wir? Wir sehen die Tiergesundheit als zentralen Faktor einer wettbewerbsfähigen Schweinehaltung. Gesundheit ist aber bei weitem nicht nur eine Frage der Behandlung von Krankheiten, der Domäne der Tierärzte, sondern im Wesentlichen ein Produkt aus einem Wechselspiel von Zucht, Haltung, Futter- und Wasserversorgung, Management, Hygiene sowie Betreuung der Tiere. So wie diese Elemente die Produktqualität über die Tiergesundheit in einem komplex vernetzten Zusammenspiel bestimmen, so müssen Fachleute all dieser Bereiche in einem partnerschaftlich kooperativen Netzwerk zusammenarbeiten, um eine höchstmögliche Gesundheit der Tiere für die Lebensmittelsicherheit und eine gute Qualität der von den Tieren gewonnenen Lebensmittel zu erreichen. Nur durch eine solche Vernetzung aller Bereiche kann ein hohes Maß an Fachkompetenz erreicht werden, über welches Einfluss auf die Gestaltung von agrarpolitischen Rahmenbedingungen und politische Entscheidungen im Sinne der Tiergesundheit und Zukunftsfähigkeit der Schweinehaltung genommen werden kann. Es soll auch ein gesellschaftspolitischer Dialog gepflegt werden, um die Wahrnehmung der integrierten, tiergesundheitsorientierten Bestandsbetreuung in der Fachwelt, Politik und Öffentlichkeit als zentrale Kompetenz für die Schweinegesundheit und damit für Leistungsfähigkeit und Produktsicherheit in der Tierhaltung zu verbessern und durch Aufklärung und Transparenz die gesellschaftliche Akzeptanz der Schweinehaltung zu fördern. Die Deutsche Gesellschaft für SchweineGesundheit soll eine Plattform für die interdisziplinäre Zusammenarbeit bieten.
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